
Echo der Wildnis
Im Tierpark Sababurg, am Fuße der historischen Sababurg im Reinhardswald im nordhessischen Landkreis Kassel, entfaltet sich eine Wildnis mit jahrhundertealter Geschichte. Bereits 1571 als Tiergarten angelegt, zählt der heutige Tierpark Sababurg mit rund 130 Hektar Fläche zu den größten und ältesten Wildparks Europas. Weite Wälder, offene Landschaften und naturnahe Gehege schaffen einen Ort, an dem Mensch und Tier in besonderer Nähe zueinander stehen.
Echo der Wildnis greift diese einzigartige Atmosphäre auf und übersetzt sie in ein sinnliches Naturerlebnis. Die Stimmen der Tiere, das Rascheln der Blätter und die Stille des Waldes verschmelzen zu einem Eindruck, der die Ursprünglichkeit der Umgebung spürbar macht. Das Projekt steht für Respekt gegenüber der Tierwelt, für Achtsamkeit und für die Verbindung von Natur, Geschichte und Erlebnis. Ein Echo, das bleibt – lange nachdem man den Tierpark verlassen hat. Dabei lädt Echo der Wildnis dazu ein, den Tierpark bewusst und entschleunigt wahrzunehmen. Vergangenheit und Gegenwart treffen hier aufeinander und machen die lange Geschichte des Ortes erlebbar. Echo der Wildnis schafft Raum für Staunen, Innehalten und eine tiefere Verbindung zur Wildnis.


Die Kamera als stiller Beobachter
In der Tradition von Echo der Wildnis verstehe ich meine Fotografie nicht als Inszenierung, sondern als eine Form des respektvollen Innehaltens. Mein Ziel ist es nicht, das Tier in eine künstliche Pose zu drängen oder eine Szenerie zu erzwingen, die der Realität nicht standhält. Stattdessen lasse ich mich auf den Rhythmus des Tierparks Sababurg ein und warte auf jene Momente, die sich von selbst offenbaren.
Meine Aufnahmen entstehen aus der Distanz des achtsamen Betrachters. Ob es das raue Fell eines Wisents im Streiflicht oder der abgewandte Blick eines Wolfes ist – ich fotografiere die Tiere so, wie sie mir begegnen:
unverfälscht, authentisch und ohne jede Inszenierung. Es geht mir nicht um das technisch perfekte Hochglanzbild, sondern um die Ehrlichkeit des Augenblicks.
Durch den Verzicht auf künstliche Bildkompositionen bleibt die Wildnis in meinen Fotografien spürbar. Die Bilder fangen die Stille und die Unmittelbarkeit des Reinhardswaldes ein und machen die Verbindung von Geschichte und Natur visuell erlebbar. Es sind visuelle Echos, die dazu einladen, die Tiere nicht als Motive, sondern als Lebewesen in ihrer ganz eigenen Würde und Ursprünglichkeit wahrzunehmen.
Diese Aufnahmen entstanden in Zusammenarbeit mit Maik Reichel und Dominika Grove.